Madagaskar 2012 Teil 1


 

31.07. bis 01.08. 2012: Nach 20 Stunden und 50 Minuten, die ich in Fliegern und auf Flughäfen zugebracht hatte, ging es gleich zum Händler unseres Vertrauens in Antananarivo. Bälle kriegt man in der Hauptstadt etwas preiswerter. Bei 18° C war ich im Sakko gut dabei.

02.08. 5.00 Uhr aufstehen, 6.00 Uhr kommt das City – Taxi, 8.00 Uhr mit dem Taxi Brousse 358 km nach Tamatave. Acht Stunden, die Straßen geben nicht mehr her. Die letzten 80 Km werden auch "Straße der Reiher genannt". Nicht wegen der Vögel – trotz der Kopfhörer war es für mich zu hören. Die Landschaft ist fantastisch, aber man sollte immer nach vorn sehen.

Während der Fahrt. Maskottchen Bianca dabei. Der Fahrer sieht ängstlicher aus.

Jans neue Bleibe ist für die Verhältnisse fürstlich zu nennen. Hier mit JACADI Mitglied Leo.

Die Aussicht. 

Wasserfluss und Strom aus der Dose ist nicht immer in Einklang zu bringen, d.h. kalte Dusche.


03.08. Nach dem Abschied von der Dame des Hauses (Besitzerin und Schlüsselwärterin in einer Person), ging es 11.00 Uhr wieder

mit Taxi Brousse über Land.

Lemurchen an der Leine.

Im Hafen von Soanierana – Ivongo.

Leo hat meinen Koffer auf seinen Namen genommen, da er nach Maroantsetra übersiedelt. Wieder was gespart.

Nach dem Abendessen

 

21.00 Uhr ins Bett.

Sicherheit ist Alles.

04.08. 1.30 Uhr. Munterwerden, 2.00 Uhr alles auf das Fährboot laden. Abfahrt via Mananara 3.00 Uhr. Rettungswesten anlegen damit es schön eng wird. 11.00 Uhr Ankunft.

Gepäck und Passagiere werden in eine Pirogue (Einbaum) verladen und an Land gebracht.

Rodzick, der Trainer vor Ort, erwartet uns schon mit dem Bürgermeister und dem Fußballchef der Region.

Wir ziehen in unsere Bungalows die, im Verhältnis zu den Vorjahren, guter Standard sind.

Kaffee bzw. Tee für Jan am Strand vom Bürgermeister und seiner Frau.

Nach den stressigen Tagen eine Wohltat. Besichtigung des Platzes auf dem der Trainerlehrgang durchgeführt werden soll.

Vanille zum trocknen ausgelegt. Logisch: Vanille – Stadion.

06.08. 9.00 Uhr Beginn des Lehrgangs. Natürlich mit Bürgermeister, Landrat, Fußballpräsident und uns.

Mit, in Spitzenzeiten, 15 Trainern und einer Trainerin beginnt der Kurs.

Muskelerklärung am lebenden Objekt. Der hier ansässige Arzt und Trainer erspart uns das Übersetzen ins Madagassische.

Die Vanille ist beräumt, die Praxis kann beginnen.

Es gibt auch Zaungäste


Wer schreibt der bleibt.

Grüße „nach dem Hackenberch“


Leider konnte von diesen interessierten und talentierten Kindern niemand mit ins Camp auf St. Marie. Die stürmische See hat es vermasselt.

Der Tag der Prüfung.


 

Ende gut, Alles gut.

Manches ist halt etwas kleiner, zeigt aber das Frauen ebenso dabei sind wie die Männer.

Die dritte Halbzeit mit einem kleinen Dankeschön.

Die Bürgermeisterei von Mananara.

Fahren darf hier jeder der an die Bedienelemente heranreicht.

Danke für die gute Verpflegung und logistische Unterstützung. Le Mére Domenik und seine Frau. (1235)

 

Die Woche ist rum und wir haben ab dem zweiten Tag richtig gute Gespräche geführt und wir wissen jetzt woran es fehlt. Die Nachhaltigkeit unseres Tun´s und die Glaubwürdigkeit sind wichtig. Strom war wieder nicht konstant, ein Generator hat sich verabschiedet. Geteiltes Leid ist halbes Leid: Einen Tag die Hälfte der Stadt und am anderen die andere.

12.08. Seit 3.00 Uhr munter, 4.30 Uhr raus aus der Kiste. Der Bürgermeister holt uns 5.15 Uhr ab, da muss noch rasiert werden und das Köfferchen muss auch fertig sein. Das "Köfferchen" wurde das letzte Stück des Weges mit dem Motorrad transpostiert. Auch der Landrat ließ es sich nicht nehmen uns zu dieser frühen Stunde im sportlichen Outfit zu verabschieden. 

Das Boot fährt nicht wie geplant 6.00 Uhr sondern 9.00 Uhr. Auf das Frühstück mussten wir leider, aber in diesem Fall „Gott sei Dank“, verzichten. Das Meer bot für die Nussschale schon mal 6 m Wellen an. Tüten, um den Mageninhalt zwischen zu lagern, gab es schon nach 30 Minuten nicht mehr. Pech ist auch oft Glück. Für uns war kein Platz mehr im Boot und so „mussten“ wir zum Käpt´n nach vorn.

Etwas feucht, aber frische Luft. 

Sieht alles noch friedlich aus, aber…

Der Lotse versucht die Sandbänke vor Soanirana – Ivongo zu umschiffen.

13.30 Uhr ist es geschafft. „Etwas“ essen und ein Bierchen, natürlich THB, zur Beruhigung des Magens. 15.00 Uhr Abfahrt nach Tamatave.

Zum ersten Mal mit neuer Technik unterwegs. In dieses Gefährt passen vier Personen, das wird schwer für den dahinter stehenden Strampler.

19.00 Uhr endlich zu Hause. Koffer auf, wegen frischer Sachen -  Klasse, alles nass! Lag ja auch auf Deck.

Jans Tierchen im Bad lebt auch noch und versucht uns die Mücken vom Leib zu halten,

wenn es die anderen Tierchen vor dem Fenster nicht schaffen sollten.

13.08. Bummeltag, mal ins Internet geschaut, Base Caps für das Camp abgeholt. „Visy Gasy“, mein Lieblingswasser gekauft. Die erste Wäsche hängt schlaff auf der Leine.

14.08. Weiter mit der Wäsche kämpfen, bei der Luftfeuchte ist schlecht trocknen. Dann mal Grundordnung in meinem Stübchen machen. Im Internetladen vorbei geschaut. Jan geht zum Tischtennis ist aber relativ schnell wieder da – kein Strom damit auch kein Licht.

15.08. Heute liefert der Boiler wieder warmes Wasser, muss mein Glückstag sein.

18.00 Uhr allerdings tagt der Vorstand von JACADI. Die Bälle sind unterwegs, die Base Caps gekauft aber das Geld ist in diesem Jahr knapp. Krisensitzung! Da erreicht mich der Anruf aus Heidenau: Die Fa. Henkel hat für das Projekt 1.500,00 € zur Verfügung gestellt. Die Henkel Friendship Initiative e.V. in Genthin hat sich entschieden uns diesen Höchstbetrag zur Verfügung zu stellen. Unser besonderer Dank gilt Frau Schwarz aus Pirna die das Unternehmen um Hilfe ersuchte. Sie fand bei Herrn Ludger Knurr in Düsseldorf Gehöhr. Er hatte in Frau Regina Neumann-Busies und Frau Karin Adams zwei Mitarbeiterinnen die uns unterstützten den Antrag zu stellen. Dies half dem Vorstand von HFI bei der Entscheidungsfindung. Vielen, vielen Dank an die Entscheidungsträger Frau Christel Fehlberg als Vorsitzende, Christa Büchler, Regina Neumann-Busies  und Herrn Hans Dietrichs. Die Freude der Kinder haben leider nur wir vor Ort gesehen. Bilder können nicht immer alles zeigen. Diese Nachricht löste natürlich Begeisterung bei JAKADI aus. Im Anschluss an die Sitzung habe ich sofort Bilder nach Düsseldorf geschickt.

16.08. Guten Morgen ohne (Geld)Sorgen. Frühstück. Ich bastel weiter an dem Konzept für Kleinfeld und Turniere, auf die hier herrschenden Bedingungen zugeschnitten. Jan geht den Bankgeschäften nach und besorgt Tickets  für die Überfahrt auf die Insel vor der Insel. Am Nachmittag stellt sich die Betreuerin für das Kindercamp vor. Jan versucht es wieder mit Tischtennis, ist aber bald wieder bei mir um beim Franzosen zu essen. Wieder mal kein Strom und damit kein Licht.

17.08. Da ich Morgen Geburtstag habe darf ich Heute mit Ludger eine Exkursion machen.

 

Start ist 10.30 Uhr mit dem Pousse Pousse (Rikscha) in den Naturpark von Ivoloina. 10 km strampelt der Bursche mit unseren 183 kg Lebendgewicht, ohne Sachen. Das Wetter ist schwer zu durchschauen – es regnet!

Wer mit dem Bergriff „Steine klopfen“ nichts anzufangen weiß, der sollte die Straße zum Park genau in Augenschein nehmen.  Das Elend quoll aus den ärmlichen Hütten doch ein lächeln konnten wir immer sehen wenn der „Vahsaha“ (Seeräuber od. Fremder), also ich, vorbei ging. Ludger ist auch als Blödelschauspieler aus dem Fernsehen bekannt.

Mit großen LKW werden die Steine herangefahren und später als Splitt wieder abgeholt.

Eine ähnlich schwere  Knochenarbeit ist die Sandgewinnung aus dem Fluss. Im Wasser stehend wird der Sand in die Pirougen geladen und

über kleine Terrassen nach oben

auf die Laster geschaufelt.

Sicher ginge es mit Brecher, Bagger und Förderband schneller und leichter, aber dann wären tausende ohne Beschäftigung. Und dann?! "Hartzen" ist hier nicht! Man sollte mal ans Fernsehen anknüpfen – Frauentausch und solches Zeug. Ich kenne da einige denen ich das mal gönne (nicht die Frauen, das Steine klopfen).

Doch nun zum Park.

In Madagaskar 2012 Teil 2.